Zwei Siegtore in einer Woche: HSV muss über Muheims Zukunft entscheiden

Zwei entscheidende Treffer innerhalb einer Woche haben Miro Muheim beim Hamburger SV wieder stärker in den Mittelpunkt gerückt. Erst traf der Schweizer beim 3:2 gegen die TSG Hoffenheim, dann sicherte er dem HSV mit einem Traumtor aus rund 25 Metern den 1:0-Sieg gegen den VfB Stuttgart. Seine jüngsten Auftritte könnten auch Auswirkungen auf seine Zukunft in Hamburg haben.

Denn Muheims Vertrag läuft im kommenden Sommer aus. Damit müssen sich die Verantwortlichen früher oder später mit der Frage beschäftigen, ob sie den 28-Jährigen halten wollen.

Muheim nutzt seine Chance beim HSV eindrucksvoll

Noch vor wenigen Wochen war kaum abzusehen, dass Muheim innerhalb so kurzer Zeit zweimal zum Matchwinner werden würde. Auf seiner angestammten Position als linker Schienenspieler ist die Konkurrenz gross. David Møller Wolfe kam auf Leihbasis von Wolverhampton, zudem gilt Nachwuchsspieler Louis Lemke als vielversprechendes Talent.

In der internen Rangordnung schien Muheim deshalb zunächst zurückzufallen. Verletzungen im Kader eröffneten ihm zuletzt jedoch neue Möglichkeiten in einer offensiveren Rolle. Diese Chance nutzte er eindrucksvoll.

Sein Schuss zum Sieg gegen Stuttgart soll laut dem Bericht mit fast 117 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen sein. Bereits eine Woche zuvor hatte er in Hoffenheim spät getroffen und damit entscheidenden Anteil am Auswärtssieg gehabt.

Vertrag läuft im Sommer aus: HSV steht vor einer Entscheidung

Muheims Zukunft war bereits während der vergangenen Transferperiode ein Thema. Ein Wechsel schien zeitweise durchaus möglich, letztlich fand sich jedoch keine Alternative, die für den Schweizer attraktiv genug gewesen wäre.

Nun könnte sich die Ausgangslage verändern. Sollte Muheim seine starken Leistungen bestätigen und weiterhin regelmässig zum Einsatz kommen, dürfte die Vertragsfrage nach der Winterpause an Bedeutung gewinnen.

Der HSV muss dann abwägen, ob er Gespräche über eine Verlängerung aufnehmen möchte oder zunächst die weitere Entwicklung abwartet. Ab dem 1. Januar kann Muheim offiziell mit anderen Vereinen über einen Wechsel sprechen, sofern sein Vertrag im Sommer ausläuft und keine Verlängerung vereinbart wurde.

Für den Spieler selbst könnte eine starke Saisonphase entscheidend sein. Je grösser seine Rolle im Team wird, desto wichtiger dürfte auch die Frage werden, welche sportliche Perspektive ihm der HSV bieten kann.

Bornauw schwärmt von Muheims Schuss

Auch innerhalb der Mannschaft werden Muheims offensive Qualitäten geschätzt. Abwehrspieler Sebastiaan Bornauw machte deutlich, dass er die beiden Treffer nicht für Zufall hält.

Nach Muheims Tor in Hoffenheim sei er gefragt worden, ob dabei Glück im Spiel gewesen sei. Bornauw widersprach dieser Einschätzung und lobte vor allem den starken linken Fuss seines Mitspielers. Muheim könne aus nahezu jeder Position gefährlich werden.

Diese Schussqualität ist ein zusätzliches Argument für den Schweizer. Gerade in engen Spielen kann ein präziser Distanzschuss den Unterschied ausmachen – wie zuletzt gegen Stuttgart.

Polzin sieht Muheim künftig in einer anderen Rolle

Trotz seiner jüngsten Erfolge bedeutet das nicht automatisch, dass Muheim auf seine bevorzugte Position zurückkehren wird. Als linker Verteidiger beziehungsweise Schienenspieler fühlt er sich nach eigenen Angaben wohler. In dieser Rolle schaffte er auch den Sprung in die Schweizer Nationalmannschaft.

Trainer Merlin Polzin erklärte jedoch, dass der HSV die Besetzung der Schienenpositionen vor der Saison bewusst verändert habe. Künftig solle dort stärker über Intensität gearbeitet werden. Die Verpflichtung von David Møller Wolfe passt zu dieser strategischen Entscheidung.

Muheim soll seine Fähigkeiten deshalb vor allem in einer offensiveren Rolle einbringen. Polzin zeigte sich zufrieden damit, wie der Schweizer diese neue Aufgabe zuletzt angenommen hat.

Auch Muheim selbst sieht Fortschritte. Die Position sei ungewohnt, doch gegen Stuttgart sei ihm die Umsetzung bereits leichter gefallen als noch in der Vorwoche. Wenn er weiterhin dort spiele, könne er sich zunehmend an die Anforderungen gewöhnen.

Konkurrenz bleibt ein entscheidender Faktor

Offen ist allerdings, wie regelmässig Muheim auch dann spielen wird, wenn weitere verletzte HSV-Profis zurückkehren. Mit Albert Grønbæk drängt ein weiterer Konkurrent zurück ins Team. Der Mittelfeldspieler kam gegen Stuttgart nach überstandener Verletzung als Einwechselspieler zum Einsatz.

Damit könnte Polzin in den kommenden Wochen vor einer schwierigen Auswahl stehen. Muheim hat sich mit seinen beiden entscheidenden Treffern zusätzliche Argumente verschafft. Gleichzeitig muss der Trainer die gesamte Mannschaft und die taktische Balance im Blick behalten.

Für den HSV ist diese Entwicklung zunächst positiv: Ein Spieler, der zuletzt nicht unbedingt als erste Wahl galt, hat sich mit starken Leistungen zurückgemeldet. Ob daraus auch eine langfristige Vertragsverlängerung entsteht, bleibt abzuwarten.

Die Meinung von HSV ONLINE

Miro Muheim hat sich mit seinen beiden Siegtoren in eine deutlich bessere Ausgangsposition gebracht. Seine Schussstärke und seine offensive Flexibilität können dem HSV gerade in engen Partien helfen. Gleichzeitig ist verständlich, dass der Verein an seiner vor der Saison geplanten Rollenverteilung festhalten möchte.

Für die Verantwortlichen wird entscheidend sein, ob Muheim dauerhaft in das sportliche Konzept passt und welche Perspektive sie ihm bieten können. Wenn er seine Form bestätigt, wäre es zumindest nachvollziehbar, die Gespräche über seine Zukunft nicht zu lange aufzuschieben.

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