„Er wird von sich reden machen“: HSV-Talent Nadir überzeugt die Experten

Bilal Nadir hat beim Hamburger SV einen starken Eindruck hinterlassen. Nach seiner überzeugenden Vorstellung beim 1:0 gegen den VfB Stuttgart erhielt der Mittelfeldspieler Lob von Stürmer Yussuf Poulsen. Dabei ist die Wertschätzung für den 22-jährigen Neuzugang keineswegs neu: Schon bei Olympique Marseille hatten renommierte Trainer seine Fähigkeiten hervorgehoben.

Nadir zeigte gegen Stuttgart nicht nur seine technischen Qualitäten, sondern überzeugte auch mit seinem Einsatz gegen den Ball. Genau diese Kombination könnte ihn für HSV-Trainer Merlin Polzin besonders wertvoll machen.

Poulsen lobt Nadirs Technik und Einsatz

Yussuf Poulsen fand nach dem Sieg gegen Stuttgart deutliche Worte für seinen Mitspieler. Nadir sei ein hervorragender Fussballer, der sehr gut mit dem Ball umgehen könne und es liebe, das Spielgerät am Fuss zu haben.

Besonders beeindruckt zeigte sich Poulsen jedoch von der Bereitschaft des Mittelfeldspielers, sich voll für die Mannschaft einzusetzen. Nadir laufe viel und gebe alles, bis er nicht mehr könne. Genau diese Einstellung brauche der HSV.

Das Lob ist bemerkenswert, weil Nadir nicht nur durch seine technischen Fähigkeiten auffiel. Im Vergleich zur deutlichen 0:5-Niederlage gegen Mainz trat er gegen Stuttgart deutlich überzeugender auf und zeigte, dass er auch unter Druck Ruhe bewahren kann.

Roberto De Zerbi war von Nadir begeistert

Bereits bei Olympique Marseille hatte Nadir einen prominenten Fürsprecher. Roberto De Zerbi, der den französischen Traditionsklub ab Sommer 2024 trainierte und inzwischen Tottenham Hotspur betreut, setzte besonders häufig auf den Mittelfeldspieler.

Insgesamt kam Nadir unter dem italienischen Trainer 39-mal zum Einsatz. Kein anderer Coach vertraute ihm während seiner bisherigen Profikarriere häufiger.

Im Januar 2025 schwärmte De Zerbi von seinem Schützling. Er möge alles an Nadir, erklärte der Trainer und hob dessen Einstellung, Persönlichkeit und Entwicklungswillen hervor. Ausserdem besitze der Spieler interessante Fähigkeiten und lasse sich am Ball nicht so leicht aus der Ruhe bringen.

Gerade diese Gelassenheit ist für einen Mittelfeldspieler wichtig. Auch gegen Stuttgart zeigte Nadir, dass er unter gegnerischem Druck nicht überhastet reagieren muss und seine Aktionen kontrolliert ausführen kann.

Vergleich mit Adrien Rabiot

De Zerbi zog einst auch einen Vergleich mit Adrien Rabiot. Nadir spiele gerne nach vorne und erinnere ihn in bestimmten Eigenschaften an den französischen Nationalspieler.

Der HSV-Neuzugang stand bei Marseille 16-mal gemeinsam mit Rabiot auf dem Platz. Der erfahrene Mittelfeldspieler, der unter anderem für Paris Saint-Germain spielte und inzwischen beim AC Mailand aktiv ist, konnte damit ein wichtiger Bezugspunkt für Nadirs Entwicklung sein.

Nach dem Stuttgart-Spiel hob auch HSV-Trainer Merlin Polzin die Fähigkeit seines Neuzugangs hervor, Bälle zurückzuerobern. Damit wird deutlich, dass Nadir nicht nur offensiv mit seiner Technik überzeugen soll, sondern auch bei der Arbeit gegen den Ball eine wichtige Rolle einnimmt.

Auch Gennaro Gattuso erkannte sein Potenzial

Schon vor De Zerbi hatte Nadir einen prominenten Förderer in Marseille. Gennaro Gattuso, der frühere italienische Nationalspieler und Weltmeister von 2006, gab dem damaligen Nachwuchsspieler Ende 2023 eine Chance.

Gattuso bezeichnete Nadir als sehr talentiert und räumte ein, ihm zuvor nicht genügend Einsatzmöglichkeiten gegeben zu haben. Gleichzeitig zeigte er sich überzeugt davon, dass der Mittelfeldspieler auf sich aufmerksam machen werde.

Unter Gattuso kam Nadir zu seinem ersten Startelfeinsatz in der Ligue 1. Auch nach dem Trainerwechsel entwickelte er sich zunächst weiter und sammelte unter De Zerbi sogar vier Einsätze in der Champions League.

Nach De Zerbis Abschied im Februar 2026 wurde es für den Franzosen mit marokkanischen Wurzeln allerdings schwieriger. Unter dessen Nachfolger Habib Beye kam er in der zweiten Saisonhälfte nur noch dreimal in der Ligue 1 zum Einsatz.

Nach dem Auslaufen seines Vertrags Ende Juni wechselte Nadir im Juli ablösefrei zum HSV.

HSV könnte von seinem Entwicklungspotenzial profitieren

Sportdirektor Claus Costa hatte bei der Vorstellung des Neuzugangs ebenfalls dessen technische Qualität hervorgehoben. Nadir könne das Tempo verändern und als Verbindungsspieler verschiedene Mannschaftsteile miteinander verknüpfen.

Gleichzeitig zeichne er sich durch Einsatzbereitschaft und Zuverlässigkeit gegen den Ball aus. Beim Sieg gegen Stuttgart konnte der Mittelfeldspieler diese Eigenschaften auf dem Platz zeigen.

Für den HSV ist das ein positives Signal. Nadir bringt technische Fähigkeiten mit, hat bereits auf internationaler Bühne Erfahrungen gesammelt und wurde von mehreren namhaften Trainern gefördert. Entscheidend wird nun sein, diese Ansätze regelmässig in der Bundesliga zu bestätigen.

Die Meinung von HSV ONLINE

Bilal Nadir könnte sich als interessanter Neuzugang für den Hamburger SV erweisen. Besonders ermutigend ist, dass seine technischen Fähigkeiten bereits bei Olympique Marseille von Trainern wie Roberto De Zerbi und Gennaro Gattuso anerkannt wurden.

Das Spiel gegen Stuttgart hat zudem gezeigt, dass Nadir nicht nur mit dem Ball glänzen kann. Sein Einsatz gegen den Ball und seine Ruhe im Mittelfeld könnten für Merlin Polzins Spielidee genauso wichtig werden.

Natürlich ist eine überzeugende Partie noch kein Beweis für eine dauerhaft starke Bundesliga-Karriere. Doch Nadir besitzt interessante Voraussetzungen. Wenn er seine Leistungen bestätigt und sich weiterentwickelt, könnte er beim HSV tatsächlich noch von sich reden machen.

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