Der Hamburger SV hat im Geschäftsjahr 2025/26 einen neuen Umsatzrekord aufgestellt. Die finanzielle Entwicklung des Vereins könnte sich nun auch auf die Transferpolitik auswirken.
Sportdirektor Claus Costa soll laut einem Bericht der „Bild“ einen größeren Spielraum bei der Zusammenstellung des Kaders haben. Demnach wäre es für den HSV sogar möglich, bei Transferausgaben bewusst ein Defizit in Kauf zu nehmen, sofern die Investitionen die sportlichen Ziele des Vereins unterstützen.
Die Entwicklung ist vor allem deshalb interessant, weil der Hamburger SV im vergangenen Sommer erhebliche Summen in neue Spieler investiert hat.
Mehr als 30 Millionen Euro für neue Spieler
Der HSV war auf dem Transfermarkt aktiv und verpflichtete unter anderem Fábio Vieira vom FC Arsenal sowie Zakaria El Ouahdi vom KRC Genk.
Für Vieira sollen neun Millionen Euro nach London geflossen sein. Für El Ouahdi wurden demnach acht Millionen Euro an Genk überwiesen.
Insgesamt gab der Hamburger SV im Sommer mehr als 30 Millionen Euro für neue Spieler aus. Dem standen Einnahmen von lediglich rund zehn Millionen Euro aus Spielerverkäufen gegenüber.
Damit entstand auf dem Transfermarkt ein deutliches Minus. Nach den vorliegenden Informationen muss dieses Defizit für den HSV jedoch nicht automatisch ein Problem darstellen.
Rekordumsatz verschafft dem Verein zusätzlichen Spielraum
Der Grund dafür liegt unter anderem in der wirtschaftlichen Entwicklung des Vereins.
Der Hamburger SV gab am Donnerstag bekannt, im Geschäftsjahr 2025/26 einen Rekordumsatz erzielt zu haben. Die Einnahmen stiegen demnach um 44 Prozent von 126,5 Millionen Euro auf 182,1 Millionen Euro.
Damit übertraf der HSV seinen bisherigen Rekord von 161,2 Millionen Euro aus der Saison 2008/09 deutlich.
Die wirtschaftliche Entwicklung fällt damit in die erste Saison nach der Rückkehr des Vereins in die Bundesliga und schafft zusätzliche Möglichkeiten für die weitere sportliche Planung.
Gewinn steigt auf 8,1 Millionen Euro
Nicht nur der Umsatz entwickelte sich positiv. Auch der Jahresüberschuss des Hamburger SV stieg.
Der Gewinn erhöhte sich von 4,4 Millionen Euro auf 8,1 Millionen Euro. Damit konnte der HSV bereits im fünften Geschäftsjahr in Folge einen positiven Abschluss vorweisen.
Vorstandsmitglied Eric Huwer betonte in diesem Zusammenhang, dass die gestiegenen Einnahmen vor allem sinnvoll in die Entwicklung des Vereins umgesetzt werden müssten.
Seiner Aussage zufolge habe der HSV im vergangenen Jahr gezeigt, dass er finanziell verantwortungsvoll wirtschaften könne. Mit dem Aufstieg seien zwar höhere Einnahmen verbunden, entscheidend sei jedoch, wie diese zusätzlichen Mittel eingesetzt würden.
Spielbetrieb, Sponsoring und Merchandising mit Rekordwerten
Nach Angaben des Vereins entwickelten sich fünf der sechs wichtigsten Einnahmequellen positiv.
Besonders stark waren die Bereiche Spielbetrieb, Partnerschaften und Merchandising.
Der Spielbetrieb brachte dem HSV demnach 56,3 Millionen Euro ein. Im Bereich Partnerschaften wurden 31,4 Millionen Euro erzielt, während das Merchandising 25,3 Millionen Euro zum Umsatz beitrug.
Diese Zahlen unterstreichen die wirtschaftliche Entwicklung des Hamburger SV nach der Rückkehr in die Bundesliga.
Auch die Bilanz verbessert sich
Neben den Einnahmen konnte der HSV auch seine Bilanzkennzahlen verbessern.
Das Eigenkapital stieg auf 87,5 Millionen Euro. Gleichzeitig erhöhte sich die Eigenkapitalquote von 29,9 auf 45,5 Prozent.
Zum Bilanzstichtag standen Finanzverbindlichkeiten von 16,8 Millionen Euro liquiden Mitteln beziehungsweise Nettofinanzmitteln von 50,5 Millionen Euro gegenüber.
Darüber hinaus konnte der Hamburger SV seine Anleihe wie vorgesehen im März 2026 zurückzahlen.
Eric Huwer hob deshalb auch die Bedeutung der finanziellen Stabilität hervor. Sie sei aus seiner Sicht eine wichtige Grundlage dafür, dass der Verein auch in schwierigen Phasen handlungsfähig bleibe.
Personalkosten bleiben unter Kontrolle
Auch bei den Personalkosten gibt es eine Kennzahl, die für die langfristige Planung des HSV relevant ist.
Nach Angaben des Vereins machten die Personalausgaben 36,9 Prozent des Gesamtumsatzes aus.
Damit verfügt der Hamburger SV nach den veröffentlichten Geschäftszahlen über eine deutlich verbesserte finanzielle Ausgangslage.
Für Claus Costa bedeutet dies potenziell zusätzlichen Spielraum bei der Kaderplanung. Die vergangenen Transferaktivitäten zeigen bereits, dass der HSV bereit ist, erhebliche Summen in den sportlichen Bereich zu investieren.
Die Meinung von HSV ONLINE
Die wirtschaftliche Entwicklung des Hamburger SV bildet eine wichtige Grundlage für die aktuelle Kaderplanung. Ein Rekordumsatz von 182,1 Millionen Euro und ein Jahresüberschuss von 8,1 Millionen Euro verändern die finanzielle Ausgangslage des Vereins deutlich.
Interessant ist dabei vor allem das Verhältnis zwischen wirtschaftlicher Stärke und sportlichen Investitionen. Der HSV hat im Sommer mehr als 30 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben und damit deutlich mehr investiert, als durch Verkäufe eingenommen wurde.
Ob sich diese Strategie sportlich auszahlt, wird sich auf dem Platz zeigen. Für Claus Costa bedeutet die verbesserte finanzielle Situation jedoch einen größeren Handlungsspielraum bei der Zusammenstellung des Kaders.
Aus Sicht von HSV ONLINE bleibt deshalb besonders spannend, wie der HSV diese wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden Transferperioden nutzt und gleichzeitig die finanzielle Stabilität bewahrt.