Der Hamburger SV ist mit der Verpflichtung von Fábio Vieira vom FC Arsenal sehr zufrieden. Sportdirektor Claus Costa hat zugleich zurückgewiesen, dass der HSV die Engländer bei den Verhandlungen über den Portugiesen übervorteilt habe.
Der Transfer war über einen längeren Zeitraum im Sommer vorbereitet worden. Nach den vorliegenden Angaben gelang es dem Hamburger SV, die ursprünglich im Raum stehende Kaufsumme von rund 22 Millionen Euro deutlich zu reduzieren. Am Ende soll der Transfer für ungefähr 10 Millionen Euro über die Bühne gegangen sein. Bestandteil der Vereinbarung ist zudem eine Weiterverkaufsbeteiligung zugunsten des FC Arsenal.
Claus Costa widerspricht dem Vorwurf
Costa wurde im Zusammenhang mit dem Transfer gefragt, ob der Hamburger SV Arsenal bei den Verhandlungen gewissermaßen „über den Tisch gezogen“ habe.
Die Antwort des HSV-Sportdirektors fiel eindeutig aus.
„Natürlich nicht“, erklärte Costa. Gleichzeitig erläuterte er, dass der Hamburger SV finanziell nicht mit allen potenziellen Interessenten konkurrieren könne.
Nach seinen Aussagen musste der HSV deshalb geduldig bleiben und auf die richtige Gelegenheit warten. Dass der Transfer letztlich zustande kam, bezeichnete Costa als sehr erfreuliches Ergebnis für den Hamburger SV.
HSV setzte auf Geduld statt finanziellen Wettbewerb
Die Verhandlungen zeigen nach den vorliegenden Informationen vor allem, wie der Hamburger SV bei einem Transfer dieser Größenordnung vorgegangen ist.
Anstatt sich in einen finanziellen Wettstreit mit wirtschaftlich stärkeren Vereinen zu begeben, blieb der HSV bei seinen Möglichkeiten und wartete die Entwicklung auf dem Transfermarkt ab.
Eine wichtige Rolle spielte dabei offenbar auch der Wunsch des Spielers, nach Deutschland zurückzukehren. Entsprechende Berichte hatten bereits während der Transferphase die Runde gemacht.
Am Ende soll es keine konkurrierende Offerte gegeben haben, die Arsenal eine bessere Alternative geboten hätte. Dadurch konnte der HSV die Verhandlungen zu seinen finanziellen Bedingungen abschließen.
Fábio Vieira sucht noch nach seinem Rhythmus
Für Fábio Vieira selbst verlief der Start bei seiner zweiten Zeit beim Hamburger SV bislang noch nicht optimal.
Der Portugiese kam bislang in drei Partien zum Einsatz und wartet weiterhin auf seinen ersten Treffer sowie seine erste Torvorlage für den HSV. Zwei dieser drei Begegnungen endeten für die Hamburger jeweils mit einer deutlichen 0:5-Niederlage.
Die jüngste Partie brachte allerdings eine positive Veränderung. Beim 2:1-Heimsieg gegen den 1. FC Köln feierte der HSV seinen ersten Bundesliga-Erfolg der Saison und verließ sowohl den letzten Tabellenplatz als auch die Abstiegszone.
Vieira mit vier Abschlüssen gegen Köln
Auch wenn Fábio Vieira gegen Köln noch keinen direkten Torerfolg verbuchen konnte, zeigte er zumindest mehr offensive Aktivität.
Der Mittelfeldspieler kam in der Partie auf vier Abschlüsse, die allesamt auf das Tor gingen. Allerdings entstanden die Versuche aus größerer Entfernung und stellten den Kölner Torhüter vor keine besonders schwierigen Aufgaben.
Für den Hamburger SV bleibt damit die Hoffnung, dass Vieira nach und nach besser in die Mannschaft findet und seine Qualitäten künftig auch in Form von Toren und Vorlagen einbringen kann.
Der 2:1-Erfolg gegen Köln bietet dafür zunächst eine bessere Ausgangslage. Nach dem schwierigen Saisonstart konnte der HSV erstmals drei Punkte einfahren und gleichzeitig die Abstiegszone verlassen.
Die Meinung von HSV ONLINE
Der Transfer von Fábio Vieira wird sich letztlich nicht allein an der Ablösesumme messen lassen, sondern vor allem daran, welchen sportlichen Beitrag der Portugiese beim HSV leisten kann.
Die bisherigen drei Einsätze waren noch kein endgültiger Maßstab. Vieira wartet zwar weiterhin auf einen Scorerpunkt, gegen Köln zeigte er mit vier Schüssen aufs Tor jedoch eine aktivere Rolle.
Für den HSV ist nach dem ersten Saisonsieg nun vor allem wichtig, dass sich die Mannschaft stabilisiert. Sollte Vieira dabei zunehmend seine offensive Qualität zeigen können, könnte sich der Transfer in den kommenden Wochen noch deutlich positiver entwickeln.
Aus Sicht von HSV ONLINE ist deshalb vor allem die weitere Entwicklung des Spielers interessant – sowohl sportlich als auch mit Blick darauf, ob der Hamburger SV mit seiner Transferstrategie langfristig richtig lag.