Rafael van der Vaart hat sich anerkennend über die Entwicklung des Hamburger SV und die Arbeit von Merlin Polzin geäussert. Bei einem Besuch in Hamburg sprach die frühere HSV-Ikone über den aktuellen Trainer und räumte dabei ein, dass er anfangs durchaus Zweifel gehabt hatte. Inzwischen ist der Niederländer von Polzins Arbeit überzeugt.
Van der Vaart war am Mittwoch in Wilhelmsburg zu Gast, wo als Teil eines Projekts der Johan-Cruyff-Stiftung ein neuer Fussballplatz eröffnet wurde. Der 43-Jährige übernahm die Rolle des prominenten Paten und nutzte den Besuch auch, um über seinen früheren Verein zu sprechen.
Van der Vaart blickt mit Stolz auf seine HSV-Zeit zurück
Der ehemalige Nationalspieler spielte in zwei Phasen für den Hamburger SV: von 2005 bis 2008 sowie von 2012 bis 2015. Besonders seine erste Zeit in Hamburg machte ihn zu einem Publikumsliebling und prägte seine weitere Karriere.
Van der Vaart erinnerte sich auch an die Reaktion von Johan Cruyff auf seinen Wechsel von Ajax Amsterdam zum HSV. Der niederländische Fussballstar habe damals nicht verstanden, warum er sich für Hamburg und nicht für einen Klub wie Barcelona oder Real Madrid entschieden hatte.
Rückblickend erwies sich der Wechsel jedoch als wichtiger Schritt. Nach seiner ersten HSV-Zeit wechselte van der Vaart 2008 zu Real Madrid und spielte später auch für Tottenham Hotspur.

Erst skeptisch, jetzt überzeugt von Polzin
Besonders deutlich wurde van der Vaart bei seiner Einschätzung von Merlin Polzin. Der frühere HSV-Profi verfolgt die Entwicklung des Vereins weiterhin und zeigt sich mit der Arbeit des Trainers zufrieden.
Dabei verschwieg er nicht, dass er zunächst Zweifel hatte. Polzin war vor seiner Beförderung zum Cheftrainer als Co-Trainer tätig gewesen. Van der Vaart war deshalb anfangs unsicher, ob der Hamburger die richtige Wahl für diese Aufgabe sein würde.
Mittlerweile hat sich seine Meinung geändert. Er lobte vor allem Polzins Kommunikation und den Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft. Die Spieler stünden hinter ihrem Trainer und seien bereit, sich für ihn einzusetzen. Genau diese Verbindung zwischen Coach und Team sei eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiche Arbeit.
Van der Vaart sieht beim HSV Fortschritte, mahnt aber zugleich zur Geduld. Die Erwartungen in Hamburg seien traditionell hoch. Viele Fans wollten den Verein möglichst schnell wieder in europäischen Wettbewerben sehen. Dafür brauche es jedoch Zeit und Ruhe.
Klassenerhalt bleibt das wichtigste Ziel
Für die laufende Saison sieht van der Vaart eine klare Priorität: Der HSV müsse sich in der Bundesliga etablieren und dürfe sich nicht von überhöhten Erwartungen unter Druck setzen lassen.
Die Liga sei unberechenbar. Jede Partie könne schwierig werden, und sowohl Siege gegen starke Gegner als auch Niederlagen gegen vermeintlich schwächere Mannschaften seien möglich. Deshalb komme es darauf an, konzentriert zu bleiben und von Spiel zu Spiel zu denken.
Auch die schwere Verletzung von Nicolai Remberg beschäftigt den ehemaligen HSV-Star. Der Ausfall des Kapitäns sei ein grosser Rückschlag für die Hamburger. Nun müsse abgewartet werden, wie sich die Mannschaft ohne ihn präsentiert und wie der Heilungsverlauf des Mittelfeldspielers verläuft.
Ein besonderer Besuch in Wilhelmsburg
Neben dem HSV stand bei van der Vaarts Besuch vor allem der Nachwuchs im Mittelpunkt. Als Botschafter der Johan-Cruyff-Stiftung unterstützte er die Eröffnung eines neuen Kunstrasenplatzes an der Helmut-Schmidt-Schule in Wilhelmsburg.
Die Anlage soll Kindern und Jugendlichen einen frei zugänglichen Ort zum Fussballspielen bieten. Van der Vaart zeigte sich beeindruckt davon, wie viel Freude die jungen Besucher auf dem Platz hatten. Er betonte, dass der Spass am Spiel und gegenseitiger Respekt wichtiger seien als die individuelle Klasse.
Wilhelmsburg hat zudem mehrere Fussballer hervorgebracht, die den Sprung in den Profibereich geschafft haben. Der neue Platz soll weiteren Kindern die Möglichkeit geben, ihre Begeisterung für den Sport auszuleben.
Die Meinung von HSV ONLINE
Die Aussagen von Rafael van der Vaart sind ein positives Signal für Merlin Polzin. Besonders bemerkenswert ist, dass der frühere HSV-Star seine anfängliche Skepsis offen anspricht und seine Einschätzung inzwischen deutlich verändert hat.
Für einen Verein mit den hohen Erwartungen des HSV sind Kommunikation, Vertrauen und Zusammenhalt wichtige Grundlagen. Polzin scheint in diesen Bereichen einen überzeugenden Eindruck hinterlassen zu haben. Entscheidend wird allerdings sein, dass die Mannschaft diese Qualitäten auch über eine ganze Saison hinweg auf dem Platz zeigt.
Van der Vaarts Hinweis auf Geduld ist ebenfalls wichtig. Der HSV muss sich zunächst in der Bundesliga stabilisieren, bevor grössere Ziele realistisch in den Mittelpunkt rücken können. Die Unterstützung für Polzin kann dabei helfen, Kontinuität zu schaffen – vorausgesetzt, die sportliche Entwicklung stimmt weiterhin.