Der Hamburger SV hat den Einzug in die nächste Runde des DFB-Pokals verpasst. Die Mannschaft von Merlin Polzin unterlag Eintracht Frankfurt in der zweiten Runde mit 1:3. Dabei fiel das Ergebnis deutlicher aus, als es der Spielverlauf in der ersten Halbzeit vermuten liess.
Der HSV erspielte sich mehrere Möglichkeiten, konnte diese jedoch nicht nutzen. Zusätzlich sorgte eine umstrittene Szene im Frankfurter Strafraum für Diskussionen. Nach der Pause folgte mit der verletzungsbedingten Auswechslung von Sebastiaan Bornauw der nächste personelle Rückschlag. Frankfurt zeigte sich vor dem Tor deutlich effektiver und entschied die Partie mit drei Treffern innerhalb von 18 Minuten.
HSV lässt seine Chancen ungenutzt
Die Hamburger begannen engagiert und hielten gegen den favorisierten Bundesligakonkurrenten gut mit. Der HSV kam zu mehreren Torchancen, liess jedoch die notwendige Konsequenz im Abschluss vermissen.
Besonders ärgerlich war eine Szene in der 36. Minute. Nach einem Zweikampf mit Zakaria El Ouahdi im Frankfurter Strafraum blieb der von den Hamburgern erhoffte Elfmeterpfiff aus. Die Entscheidung sorgte beim HSV für grossen Unmut.
Auch in der Folge gelang es den Rothosen nicht, ihre Möglichkeiten in einen Treffer umzumünzen. So blieb die Begegnung zur Halbzeit offen, obwohl die Hamburger durchaus Chancen auf eine Führung gehabt hatten.
Nächster Rückschlag: Bornauw muss in der Pause raus
Die ohnehin angespannte Personalsituation des HSV verschärfte sich nach der ersten Halbzeit weiter. Sebastiaan Bornauw hatte einen Treffer am Kopf abbekommen und konnte nach der Pause nicht mehr weiterspielen.
Für den Verteidiger kam Jason Bissi-Mouelle ins Spiel. Der erst 18-Jährige bildete anschliessend gemeinsam mit Shafiq Nandja und Warmed Omari die Hamburger Dreierkette.
Damit musste Polzin erneut improvisieren. Gerade gegen eine erfahrene Frankfurter Mannschaft war die veränderte Defensive eine zusätzliche Herausforderung.
Collins entgeht einem möglichen Platzverweis
Auch eine weitere Schiedsrichterentscheidung stand im Mittelpunkt der Diskussionen.
Frankfurts Nnamdi Collins war bereits in der ersten Halbzeit verwarnt worden. Nach Wiederanpfiff beging er ein weiteres Foul an David Møller Wolfe. Der HSV hätte sich in dieser Situation eine zweite Gelbe Karte und damit einen Platzverweis gewünscht.
Doch Collins durfte weiterspielen. Frankfurts Trainer reagierte allerdings umgehend und nahm den Verteidiger kurz darauf vom Feld.
Die strittigen Szenen änderten nichts daran, dass der HSV seine eigenen Chancen nicht genutzt hatte. Im weiteren Spielverlauf sollte sich vor allem die grössere Effizienz der Gäste bemerkbar machen.
Frankfurt entscheidet das Spiel innerhalb von 18 Minuten
Nach dem Seitenwechsel übernahm Eintracht Frankfurt zunehmend die Kontrolle. Die Gäste traten vor dem Tor deutlich abgeklärter auf und nutzten ihre Möglichkeiten konsequent.
In der 58. Minute brachte Robin Koch Frankfurt mit 1:0 in Führung. Für den HSV war es ein Rückschlag, nachdem die Mannschaft zuvor lange auf Augenhöhe mitgehalten hatte.
In der 71. Minute erhöhte Jonathan Burkardt auf 2:0. Nur fünf Minuten später traf Younes Ebnoutalib zum 3:0. Damit war die Partie praktisch entschieden.
Der HSV gab sich dennoch nicht auf. Terem Moffi verkürzte in der 79. Minute auf 1:3 und sorgte damit zumindest noch für einen Treffer der Hamburger.
Eine weitere Aufholjagd gelang der Mannschaft von Polzin jedoch nicht. Frankfurt brachte den Vorsprung über die Zeit und zog in die nächste Pokalrunde ein.
Jetzt wartet in der Bundesliga die Revanche
Für den HSV ist das Pokal-Aus ein weiterer Rückschlag in einer ohnehin schwierigen Phase. Neben dem Ergebnis müssen die Hamburger auch die personellen Folgen der Partie im Blick behalten.
Besonders bei Bornauw bleibt abzuwarten, wie sich die Situation nach seinem Kopftreffer entwickelt. Angesichts der bereits zahlreichen Ausfälle wäre ein weiterer längerer Ausfall für Polzin problematisch.
Viel Zeit zur Aufarbeitung bleibt allerdings nicht: Bereits am Sonntag treffen beide Mannschaften in der Bundesliga erneut aufeinander. Dann erhält der HSV die Gelegenheit, auf die Niederlage zu reagieren und gegen Frankfurt ein anderes Ergebnis zu erzielen.
Die Meinung von HSV ONLINE
Das Pokal-Aus ist für den HSV bitter, weil die Mannschaft in der ersten Halbzeit durchaus Chancen hatte, sich eine bessere Ausgangslage zu verschaffen. Die strittigen Schiedsrichterentscheidungen werden für Diskussionen sorgen. Dennoch muss sich Hamburg vor allem vorwerfen lassen, die eigenen Möglichkeiten nicht konsequent genutzt zu haben.
Frankfurt zeigte nach der Pause, wie entscheidend Erfahrung und Effizienz in solchen Begegnungen sein können. Drei Gegentore innerhalb kurzer Zeit machten aus einem zunächst offenen Spiel eine klare Niederlage.
Noch schwerer wiegt die angespannte Personalsituation. Der Ausfall von Bornauw verschärft die Probleme in der Defensive, während Polzin ohnehin gezwungen ist, jungen Spielern Verantwortung zu übertragen.
Die nächste Begegnung gegen Frankfurt bietet die Chance auf eine schnelle Reaktion. Dafür muss der HSV seine Chancen besser nutzen, defensiv stabiler stehen und die strittigen Szenen aus dem Pokal hinter sich lassen.