Remberg fehlt langfristig: Warum HSV-Talent Amoako trotzdem nur Joker ist

Der langfristige Ausfall von Nicolai Remberg hätte für Kofi Amoako die Tür in die Startelf des Hamburger SV öffnen können. Doch auch nach der Verletzung des HSV-Kapitäns muss sich der Mittelfeldspieler zunächst gedulden. Beim 1:0 gegen den VfB Stuttgart kam der Neuzugang erst in der Schlussphase zum Einsatz. Ausschlaggebend sollen vor allem seine Leistungen im Training sein.

Vor der Partie gegen Stuttgart war Amoako als möglicher Ersatz für Remberg gehandelt worden. Der 21-Jährige war vor der Saison für knapp zwei Millionen Euro von Dynamo Dresden nach Hamburg gewechselt. Mit seiner körperlichen Präsenz bringt er Eigenschaften mit, die dem verletzten Kapitän ähneln.

Zusätzliche Ausfälle im Mittelfeld hätten seine Chancen eigentlich verbessern können. Trainer Merlin Polzin entschied sich jedoch für eine andere Lösung: Miro Muheim, Martin Adeline und Bilal Nadir bildeten die zentrale Dreierreihe. Das Zusammenspiel funktionierte, und der HSV sicherte sich mit dem 1:0 einen wichtigen Erfolg.

Trainingsleistungen entscheiden über Amoakos Chancen

Dass Amoako gegen Stuttgart nicht von Beginn an spielte, soll vor allem mit seinen bisherigen Trainingsleistungen zusammenhängen. Dem Bericht zufolge gelingt es dem Mittelfeldspieler noch nicht konstant, das Niveau zu erreichen, das sich die Verantwortlichen von ihm erhoffen.

Seine Konkurrenten hätten sich im Training stärker präsentiert und damit Argumente für einen Platz in der Startelf gesammelt. Für Polzin gab es nach dem erfolgreichen Auftritt gegen Stuttgart zudem wenig Anlass, die funktionierende Formation unmittelbar zu verändern.

Für Amoako bedeutet das, dass er weiter an sich arbeiten muss, um sich nachhaltig für grössere Aufgaben zu empfehlen. Der Ausfall Rembergs allein reicht offenbar nicht aus, um ihm automatisch einen Stammplatz zu verschaffen.

Amoako kennt schwierige Saisonstarts aus seiner Vergangenheit

Der HSV-Neuzugang ist sich bewusst, dass er nach einem Vereinswechsel manchmal Zeit benötigt, um in Fahrt zu kommen. In einem früheren Interview beschrieb er, dass er auch bei seinen vorherigen Stationen nicht immer sofort überzeugen konnte.

Bei seinem Engagement in Osnabrück habe es zwei Monate gedauert, bis er erstmals in der Startelf gestanden habe. Auch bei Dynamo Dresden sei der Beginn schwierig gewesen. Seine damaligen Mitspieler hätten ihm später sogar erzählt, dass sie während seiner ersten beiden Wochen Zweifel an seinen Fähigkeiten gehabt hätten.

Amoako berichtete allerdings auch, dass sich seine Leistungen anschliessend schnell verbessert hätten. Ähnlich sei es beim HSV gegen Ende der Vorbereitung gewesen. Diese Erfahrungen können ihm Mut machen, auch wenn er sich in Hamburg erneut gedulden muss.

Trotz geringer Einsatzzeit gibt es erste Fortschritte

Ganz ohne Spielpraxis ist Amoako inzwischen nicht mehr. Beim 3:2-Sieg gegen die TSG Hoffenheim kam er 14 Minuten zum Einsatz. Gegen Stuttgart folgten weitere sechs Minuten.

Damit absolvierte der Mittelfeldspieler seine ersten beiden Bundesligaeinsätze für den HSV. Bemerkenswert ist, dass er in beiden Partien auf dem Platz stand, als Hamburg die entscheidenden Siegtreffer erzielte.

Da Remberg voraussichtlich bis zum Saisonende ausfallen wird, dürfte sich für Amoako im weiteren Verlauf der Spielzeit weitere Einsatzzeit ergeben. Wie gross diese ausfällt, hängt jedoch davon ab, ob er sich im Training verbessert und seine Konkurrenten verdrängen kann.

HSV setzt gegen Paderborn wohl erneut auf das erfolgreiche Trio

Für die nächste Partie beim SC Paderborn deutet zunächst wenig auf eine Änderung im Mittelfeld hin. Miro Muheim hatte den HSV sowohl in Hoffenheim als auch gegen Stuttgart mit seinen entscheidenden Treffern zum Sieg geführt. Auch Adeline und Nadir konnten sich empfehlen.

Solange die aktuelle Besetzung funktioniert, dürfte Polzin keinen Grund sehen, seine erfolgreiche Formation ohne Not umzubauen. Für Amoako bleibt damit vorerst die Rolle des Herausforderers.

Seine Chance könnte sich allerdings im Laufe der langen Saison ergeben. Der Ausfall Rembergs macht zusätzliche Optionen im Zentrum wichtig. Dafür muss Amoako im Training zeigen, dass er bereit ist, mehr Verantwortung zu übernehmen.

Die Meinung von HSV ONLINE

Kofi Amoako befindet sich beim HSV in einer schwierigen, aber keineswegs aussichtslosen Situation. Der Ausfall von Nicolai Remberg eröffnet eine Chance, doch der junge Mittelfeldspieler muss sie sich durch überzeugende Leistungen verdienen.

Dass Merlin Polzin nach einem 1:0-Sieg gegen Stuttgart an seiner erfolgreichen Formation festhalten möchte, ist nachvollziehbar. Gleichzeitig braucht der HSV genügend Alternativen, um den langfristigen Verlust seines Kapitäns aufzufangen.

Für Amoako kommt es nun darauf an, im Training konstant Fortschritte zu zeigen und die wenigen Einsatzminuten zu nutzen. Seine bisherigen Bundesligaauftritte sind ein erster Schritt. Ob daraus eine grössere Rolle wird, muss er in den kommenden Wochen beweisen.

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