Der Hamburger SV hat beim 0:1 gegen den SC Paderborn nicht nur wichtige Punkte verloren. Mit Fabio Vieira und Bilal Nadir mussten zwei weitere Stammspieler verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Nach der bitteren Niederlage wächst damit die Sorge um die ohnehin angespannte Personalsituation bei den Rothosen.
Besonders bei Vieira sieht die Lage problematisch aus. Der Portugiese musste bereits in der Anfangsphase vom Platz und könnte dem HSV länger fehlen. Bei Nadir gibt es dagegen erste vorsichtige Entwarnung von Trainer Merlin Polzin.
Fabio Vieira verletzt sich früh am Oberschenkel
Die Partie in Paderborn war für Fabio Vieira bereits nach wenigen Minuten beendet. Der HSV-Spielmacher sackte in der Anfangsphase auf dem Rasen zusammen und signalisierte sofort, dass er behandelt werden musste.
Nach einer kurzen Unterbrechung stand fest, dass der Portugiese nicht weiterspielen konnte. Betroffen ist sein rechter Oberschenkel. Mit bandagiertem Bein wurde Vieira vom medizinischen Team vom Platz begleitet.
Für den HSV ist der Ausfall besonders bitter. Der technisch starke Offensivspieler gehört zu den wichtigen Akteuren im Hamburger Spiel und sollte helfen, die zuletzt erfolgreiche Serie fortzusetzen.
Trainer Merlin Polzin machte nach der Begegnung deutlich, dass die Verletzung Sorgen bereitet.
„Es sah nicht gut aus und wir müssen schauen, wie genau es mit seinen Muskeln aussieht“, erklärte der HSV-Coach.
Noch steht eine genaue Diagnose aus. Die mögliche Ausfallzeit hängt davon ab, wie schwer die Muskelverletzung tatsächlich ist.
Bei einer Zerrung könnte Vieira ungefähr zehn bis 14 Tage fehlen. Sollte sich dagegen ein Muskelfaserriss bestätigen, wäre eine Pause von bis zu vier Wochen möglich.
Damit könnte der Portugiese nicht nur das Pokalspiel gegen Eintracht Frankfurt verpassen, sondern auch für weitere Bundesliga-Aufgaben ausfallen.
Polzin gibt bei Bilal Nadir vorsichtige Entwarnung
Auch Bilal Nadir musste gegen Paderborn vorzeitig ausgewechselt werden. Der Mittelfeldspieler ging in der 71. Minute nach einem Zweikampf zu Boden und hielt sich den Oberschenkel.
Nach der Behandlung konnte er nicht mehr selbstständig auf den Beinen bleiben und wurde von den HSV-Medizinern in die Kabine begleitet.
Zunächst sah die Situation nach einem weiteren schweren Rückschlag aus. Doch nach dem Spiel erklärte Polzin, dass die Beschwerden möglicherweise auf eine Überlastung zurückzuführen seien.
Der HSV-Trainer verwies darauf, dass Nadir zuletzt innerhalb kurzer Zeit sehr viel Spielzeit gesammelt habe.
„Er hat das letzte Mal im März so viel gespielt, wie jetzt in den vergangenen beiden Spielen zusammen, und war dann einfach platt“, erklärte Polzin.
Der Coach ergänzte, dass der Mittelfeldspieler Anzeichen von Krämpfen gezeigt habe. Deshalb sei es möglich, dass die Verletzung weniger dramatisch ausfalle als zunächst befürchtet.
Eine endgültige Entwarnung gibt es allerdings noch nicht. Ob Nadir bereits am Dienstag im DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt wieder zur Verfügung steht, bleibt offen.
HSV muss bereits auf Remberg, Capaldo und Torunarigha verzichten
Die beiden neuen Verletzungen treffen den HSV in einer ohnehin schwierigen Situation.
Nicolai Remberg fällt nach seinem Kreuzbandriss voraussichtlich für den Rest der Saison aus. Der Mittelfeldspieler war zuvor eine wichtige Stütze der Mannschaft und hinterlässt eine grosse Lücke.
Auch Nicolás Capaldo und Jordan Torunarigha fehlten in Paderborn. Beide hatten nach dem Abschlusstraining signalisiert, dass sie nicht einsatzfähig sind.
Polzin hatte bereits vor dem Spiel erklärt, dass es bei Capaldo mit Blick auf die kommenden Begegnungen nicht gut aussehe. Auch für den Argentinier könnte die englische Woche damit zum Problem werden.
Bei Torunarigha besteht dagegen Hoffnung auf eine Rückkehr. Der HSV-Trainer rechnet damit, dass der Verteidiger möglicherweise schon für das Pokalspiel wieder zur Verfügung steht.
Damit bleibt die Personalsituation vor den kommenden Aufgaben angespannt.
Sambi Lokonga kehrt zurück
Ein kleiner Lichtblick war das Comeback von Albert Sambi Lokonga.
Der Mittelfeldspieler hatte zuletzt gegen den VfB Stuttgart gefehlt und kam in Paderborn in der Schlussphase zum Einsatz.
Seine Rückkehr könnte für Polzin wichtig werden, insbesondere wenn Nadir und Capaldo weiterhin ausfallen sollten.
Auch in der Defensive hofft der HSV auf Verstärkung durch Torunarigha. Eine endgültige Entscheidung über die Einsatzfähigkeit der angeschlagenen Spieler steht allerdings noch aus.
Eintracht Frankfurt wartet bereits auf den HSV
Die nächste Herausforderung lässt nicht lange auf sich warten.
Am Dienstag trifft der HSV im DFB-Pokal auf Eintracht Frankfurt. Anschliessend steht am Sonntag das Bundesliga-Duell mit den Frankfurtern an.
Damit muss Polzin innerhalb weniger Tage gleich zwei schwierige Begegnungen vorbereiten und gleichzeitig mit den Verletzungen umgehen.
Die Ausfälle von Vieira und Nadir könnten dabei eine wichtige Rolle spielen. Besonders im Mittelfeld und in der Offensive wird es darauf ankommen, die vorhandenen Optionen möglichst effektiv einzusetzen.
Miro Muheim machte nach der Niederlage deutlich, dass die Mannschaft trotz der Rückschläge weiterhin Qualität im Kader sieht.
Der HSV muss nun abwarten, welche Spieler rechtzeitig zurückkehren und wie schwer die Verletzungen tatsächlich sind.
Die Meinung von HSV ONLINE
Die Niederlage in Paderborn war für den HSV bereits ein sportlicher Rückschlag. Noch schwerer wiegen jedoch die neuen Verletzungssorgen.
Fabio Vieira ist für das Hamburger Offensivspiel ein wichtiger Faktor. Sollte sich die Verletzung als schwerer herausstellen, könnte sein Ausfall die Mannschaft in den kommenden Wochen deutlich schwächen.
Bei Bilal Nadir gibt es dagegen Grund zur vorsichtigen Hoffnung. Polzins Aussagen deuten darauf hin, dass möglicherweise keine schwerwiegende Verletzung vorliegt. Trotzdem sollte der HSV nichts überstürzen und die weitere Entwicklung abwarten.
Mit dem Pokalspiel gegen Eintracht Frankfurt steht bereits die nächste wichtige Aufgabe bevor. Polzin wird genau überlegen müssen, welche Spieler einsatzfähig sind und wie er seine Mannschaft aufstellt.
Die kommenden Untersuchungen werden zeigen, wie lange Vieira und Nadir tatsächlich fehlen. Für den HSV wäre es eine grosse Erleichterung, wenn zumindest Nadir schnell zurückkehren könnte.